Fade ist das neue ScharfSalzig, süß, bitter, sauer und umami. Dazu kommt noch scharf, fettig, heiß und kalt. Außerdem: ein ganzer Strauß an Aromen beispielsweise von Früchten, von Holz, Nüssen, Wurzeln, von Tieren oder vom Meer. Nie hört man hingegen von der Eigenschaft fad. Fad ist in unserem Geschmackskanon die Bezeichnung für etwas, das nicht gelungen ist, wo in der Küche der Mut zum Würzen fehlte. Assoziiert wird auch dietätisches Krankenhausessen, etwas, das ein gesunder Mensch möglichst meidet, weil es die Lebensfreude verdirbt. Lebensfreude ist, da kommt man nicht drum herum, der Schlüssel zum Genießen und Verlieben. Und ja genau, das NaNum ist vor allem bekannt zum Verlieben. Dafür, dass die Aromen geradezu explodieren und unsere lieben Hormone alle durcheinanderwirbeln. Eine Aromenreise mit Ausblicken und Einblicken, ein Panorama der fröhlichen Fülle, geschöpft aus der Natur. Für fades Essen ist das NaNum nicht gerade ein treffendes Beispiel, denkt man. Und doch serviert Jinok im NaNum auch das Fade. Fade hat eine lange Tradition in Korea und ist eine der spannendsten Aspekte der asiatischen Hochkultur, in Japan übrigens auch. Man glaubt es kaum, in einem Land des Chili und des Knoblauchs. Doch die Kultur des Faden ist viel viel älter als das Kochen mit Chili. Jinok hat diese Kochkunst in unserem Podcast einmal so beschrieben: “Du schmeckst und findest es nichtssagend; du schmeckst noch einmal und bemerkst auch dieses Mal nichts Besonderes; du schmeckst ein drittes Mal … und … bist süchtig.” Diese asiatische Kunst des Faden erzählt schließlich beim dritten Mal, wenn du keine Erwartungen mehr hast, etwas von Harmonie, von Wohltun und von Erdverbundenheit. Etwas, das man seltsamerweise gemeinhin nicht auf dem Schirm hat, beim Essen.
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