P r o j e k t Rund die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland erkrankt irgendwann im Leben an Krebs. Soweit die aktuelle Statistik, veröffentlicht vom Robert-Koch-Institut. Die meisten Menschen denken
NaNum Berlin

P r o j e k t

Rund die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland erkrankt irgendwann im Leben an Krebs. Soweit die aktuelle Statistik, veröffentlicht vom Robert-Koch-Institut. Die meisten Menschen denken wahrscheinlich, selbst verschont zu bleiben. Eine der häufigsten Befunde lautet Lungenkrebs. Und so ist es nun auch geschehen: bei Jinok wurde vor ein paar Wochen ein Lungenkarzinom diagnostiziert.

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Der Schock war zunächst riesengroß. Von heute auf morgen ist plötzlich alles anders. Die Prioritäten sind verschoben, Aufgaben und Tagesabläufe ändern sich. Denn ab sofort steht die Behandlung der Krankheit im Mittelpunkt. Und die ist sehr umfangreich, zeitaufwendig, kräftezehrend. Zum Glück hat die Medizinforschung in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte geleistet, ein Lungenkrebs im mittleren Stadium kann mittlerweile oft erfolgreich behandelt werden.

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Jinok hat beschlossen, ihre Erkrankung offen zu kommunizieren. Man soll sie ganz unverkrampft darauf ansprechen können. Vor allem möchte sie durch ihre Offenheit vielen anderen Menschen mit ähnlicher Erkrankung Mut machen, diesen Schicksalsschlag anzunehmen und aktiv damit umzugehen. Der erste Schritt war, wie sie erzählt, sich bei ihrem Körper zu entschuldigen. Das war schmerzhaft, tränenreich und das Eingeständnis, jahrelang, jahrzehntelang nicht auf den eigenen Körper gehört zu haben. Ihren Körper anzusprechen, ihn wiederzufinden, war für sie ganz wichtig.

Als nächster Schritt folgte der Entschluss, die medizinische Behandlung mit vollem Herzen und aller Energie zu unterstützen, fest an die Heilung zu glauben und alles dafür zu tun. Den Körper fit machen, mit Sport, Bewegung, mit viel Sauerstoff, viel Schlaf und Regeneration. Hinzu kommt eine komplett geänderte Ernährung.

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Richtig. Schon lange reden Jinok und ich einer anderen Art der Ernährung, einer anderen Esskultur das Wort. Kritisieren die gängigen Essgewohnheiten und wollen auch das Fine Dining anregen, sich über unsere Ernährungsweise Gedanken zu machen. Und zwar nicht so ein bisschen, sondern grundsätzlich. Und jetzt, aus aktuellem Anlass, ist die Motivation nochmal viel unmittelbarer und persönlicher geworden.

Vor einigen Jahren schon begann Jinok über den Einfluß von Lebensmitteln, ihre Zubereitung und Nahrungsaufnahme auf die Gesundheit des Körpers zu forschen. Sie geht da viel weiter als die allgemeinen Ernährungsrichtlinien, die vom Bundesgesundheitsamt herausgegeben werden. Da fließen zahlreiche Erkenntnisse aus Korea und wissenschaftliche Studien aus der ganzen Welt mit ein. Weil es jetzt zielgerichtet vor allem um die Krebsbekämpfung geht, interessieren neben der ausreichenden Grundversorgung mit allen notwendigen Nährstoffen auch speziell Erkenntnisse, welche Nährstoffe vereinfacht ausgedrückt: dem Tumor Futter geben und welche nicht. Daraus entwickelt sie schließlich einen abwechslungsreichen Speiseplan, der inzwischen unseren privaten Esstisch bevölkert - und, ja hallo!, ich muss sagen: es ist köstlich!

In den Worten von Jinok hat ab sofort ein neues “Projekt” begonnen. Unerwartet und einigermaßen massiv, aber doch beinahe nahtlos knüpft es an viele Gedanken und Pläne an, die in letzter Zeit gereift waren und in eine ähnliche Richtung weisen. Ihr Traum ist, aus dem gewonnenen Wissen ein Menü zu kreieren, das unserem Körper gut tut, das Krankheiten vorbeugt und gleichzeitig den Anspruch von Fine Dining erfüllt. Es soll nicht als Diät daherkommen, sondern als eine großartige Esskultur.

Doch zunächst muss sie gesund werden und sich um den eigenen Körper kümmern. Das ist im Moment Projektziel Nummer eins.

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Der Garten wird in den nächsten Monaten ihre Tankstelle. Dort wird sie ihre Speicher aufladen. 24 Stunden an der frischen Luft, Sport atmen, Sonne inhallieren, Erde anfassen und entspannen. Zu sich kommen. Nebenbei wird unser Garten wahrscheinlich so prächtig gedeihen wie schon lange nicht mehr. Farm to table, im Kleinen, nur für einen selbst, geht dort am radikalsten. Ernten und sogleich alle Nährstoffe, alle Enzyme aufnehmen, die beim langen Transport verloren gingen. Wir nannten den Garten einmal das Schanier, mit dem alles begann, ohne den das NaNum nie entstanden wäre. Nun soll er der Ort der inneren Stärkung werden.

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Das NaNum läuft natürlich weiter. In den kommenden Monaten übernimmt unser Sous Chef Heon viele der Tätigkeiten, die bisher Jinok gemacht hat. Jinok wird nicht jeden Abend im Gastraum sein, je nach dem wie sie sich während der Behandlung fühlt, wieviel Energie noch da ist, ob sie gerade in Berlin oder im Garten weilt, kommt sie für zwei Stunden dazu, um Euch zu begrüßen. Denn das sind ja immer die schönsten Momente: von Euch, unseren Gästen, in Gespräche verwickelt zu werden. Tut es! Schafft diese Momente! Herzlichkeit schenkt am meisten Lebensfreude und Sinn, hier auf diesem tollen blauen Planeten eine zeitlang verweilen zu dürfen.

Herzliche Grüße
aus dem NaNum

 

Spontan haben wir eine Podcastfolge mit
Jule und Kai vom Weingut Schätzel aufgenommen.
Hört gerne mal rein.

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